In Japan sind nach wie vor Sportarten sehr beliebt, die auf der traditionellen japanischen Kultur beruhen (z. B. Judo). Zusätzlich haben sich aber auch moderne Mannschaftssportarten wie Baseball etabliert.

Die ältesten in Japan betriebenen Sportarten sind wohl Bogenschießen und Jagen. Während beides in der Jōmon-Zeit noch rein dem Nahrungserwerb diente, bildete sich in der Asuka-Zeit eine Elite heraus, die es sich leisten konnte, beides zum Zeitvertreib zu veranstalten. Ebenfalls für die Asuka-Zeit nachgewiesen ist die Falknerei, die wahrscheinlich auf die mongolische Tradition zurückgeht, und Kemari, eine dem heutigen Footbag ähnliche Sportart.

Auch der Sumō ist eine sehr alte Sportart, die auf Ringkämpfe zurückgeht, die zwischen Dörfern ausgefochten wurden. Sumō und andere traditionelle Sportarten Japans wurden auch bei religiösen Festlichkeiten ausgeübt. Die Rituale und Symbole bei den modernen Sumō-Wettkämpfen zeigen dieses deutlich, wie das Werfen von Salz im Ring oder die Ringbegrenzung, die einem Shimenawa (Strohseil zur Abgrenzung eines heiligen Bezirks) gleicht.

Auch der Hofadel der Heian-Zeit liebte Sportveranstaltungen, um sich die Langeweile zu vertreiben, vor allem als Zuschauer.

Für den Kriegeradel, der in der Kamakura-Zeit (1185–1333) seinen Aufstieg erlebte, dienten Übungen im Reiten, Bogenschießen und Schwertkampf vor allem der Vorbereitung auf den Kampf. Sie erfanden unter anderem das Yabusame, ein Wettkampf im berittenen Bogenschießen, und Inuoimono, die Hetzjagd mit Hunden.

In der Sengoku-Zeit (ca. 1470 – 1580), einem Jahrhundert andauernder Kämpfe rivalisierender Daimyō, wurde die Kampfkunst erneut dominierend. Die Armeen brauchten ständig neue Krieger, und so fand die Ausbildung der verpflichteten Fußsoldaten meist direkt im Feld statt. Die Kinder der Samurai wurden am Schwert trainiert, sobald sie es halten konnten. Durch die Einführung westlicher Feuerwaffen gehörte auch das Schießen zur Ausbildung. Entgegen dem romantischen Bild vom Samurai mit dem Schwert wurden die meisten Schlachten dieser Zeit durch das Gewehr entschieden.

Auch die Ausbildung der für die Generäle unverzichtbaren Ninja war nicht nur nachrichtendienstlich, sondern auch sportlich geprägt, mit Techniken wie Fassadenklettern und dem Werfen von Shuriken.

Erst die Befriedung des Landes zum Beginn der Edo-Zeit führte zur Entwicklung der traditionellen japanischen Kampfkünste. Die Samurai wurden von Militärs zu Beamten, waren ihn ihrem Selbstbild aber weiter Kämpfer und wurden weiter an der Waffe ausgebildet. Der Frieden erlaubte es dem einzelnen, die eigenen Fähigkeiten mit dem Schwert über Jahrzehnte zu perfektionieren. Erst dadurch entstanden die verfeinerten Systeme der einzelnen Kampfschulen. Innerhalb einer Schule maßen die Kämpfer ihre Fähigkeiten mit dem Holzschwert (Bokutō), und im 18. Jahrhundert wurden das Bambusschwert und die Schutzrüstung erfunden, die auch im modernen Kendō verwendet werden.

In den Vergnügungsvierteln der Städte wurden dagegen verschiedenste Kämpfe abgehalten, vor allem um darauf zu wetten. Neben dem Sumōringen, bei dem Menschen gegeneinander antraten, waren auch Tierkämpfe sehr beliebt. In Uwajima auf Shikoku fanden sogar Stierkämpfe statt. In Japan gibt es länger als in den meisten europäischen Ländern eine eigene Tradition im Rekordwesen. Die Reissackträger organisierten Wettkämpfe, bei denen es darum ging, größere Gewichte als andere zu tragen, ohne dabei zusammenzubrechen. Diese Rekorde wurden durch Tempel und Klöster bestätigt, wo die Rekordlisten z.T. noch heute zu sehen sind. Solche offiziell aufgeschrieben und positiv bewerteten Ergebnisse waren in Japan ähnlich wie in England die Voraussetzung für ein Wettwesen. Mit der Meiji-Restauration kam mit den Ausländern auch der moderne Sport nach Japan, der sich zu dieser Zeit gerade in Europa und den USA entwickelte. Viele neue Sportarten wurden von O-yatoi gaikokujin, ausländischen Lehrkräften an den neu gegründeten Kaiserlichen Universitäten, eingeführt. Unter ihnen war der deutsche Arzt Erwin Bälz, und Horace Wilson, der Vater des japanischen Baseball.

Durch die Abschaffung des Samuraistands drohte die jahrhundertealte Tradition der Kampfschulen unterzugehen, und so wurden aus den traditionellen Kampfkünsten moderne Sportarten geschaffen. Der Schwertkampf hat sich vor allem im Kendō erhalten. In der frühen Meiji-Zeit diente es vor allem der Ausbildung der Polizei. Mit der Einführung der Wehrpflicht wurde Sport auch zum Mittel der Ertüchtigung der Volksmassen. 1911 wurde Kendō Pflichtfach an japanischen Schulen. Reformer passten die alten Lehren an die Bedürfnisse der Moderne an und schufen moderne waffenlose Sportarten und Selbstverteidigungstechniken. Kanō Jigorō schuf das moderne Judo. Ueshiba Morihei schuf das Aikidō. Gichin Funakoshi schuf das Karate aus den Kampfkünsten Okinawas.

1911 ging der österreichische k.u.k.-Oberleutnant Theodor Edler von Lerch nach Japan, um das dortige Militärwesen zu studieren (Japan hatte einige Jahre zuvor den Russisch-Japanischen Krieg gewonnen). Während seines Aufenthalts brachte er den Japanern den Skilauf bei. Daraus entwickelte sich auch dort ein Gesellschafts- und Massensport.

In den 1920er Jahren fand die erste Professionalisierung im Sport statt, mit der Schaffung der ersten Profi-Baseballmannschaften. Ebenfalls in dieser Zeit kam die Wandervogel-Bewegung nach Japan und machte das Wandern in Japan populär. Mit der Einführung des Fernsehens wurden auch Sportübertragungen in Japan beliebt, vor allem Boxen, Sumō und Baseball.

Die Bedeutung des Sports in Japan zu dieser Zeit lässt sich schon daran sehen, dass bereits die Olympischen Sommerspiele 1940 (Tōkyō) und die Olympischen Winterspiele 1940 (Sapporo) nach Japan vergeben wurden, dann aber wegen des Zweiten Japanisch-Chinesischen Krieges abgesagt wurden.

Erster sportlicher Höhepunkt der Nachkriegszeit waren die Olympischen Sommerspiele 1964, die auf dem Höhepunkt des ersten Nachkriegsbooms stattfanden.

Die Olympischen Winterspiele 1972 sorgten für einen Boom des Wintersports.

Zur Vorbereitung auf die Olympischen Sommerspiele 2008 in Peking wurde der Leistungssport in Japan reorganisiert. Neben einer verstärkten Zentralisierung wurden erhebliche Mittel in die leistungssportliche Forschung investiert.